Erbsen pflanzen: aber richtig!

Erbsen gehören zu den ersten Gemüsesorten von denen in einer neuen Gartensaison genascht werden kann. Nicht nur geschmacklich können Erbsen überzeugen, sondern auch in puncto Anbau. Daher sind Erbsen aufgrund der leichten Kultivierung das ideale Gemüse für jeden Hobbygärtner.

Alles was es beim Erbsen pflanzen zu beachten gilt, erfahren Sie nachfolgend in diesem Artikel. Versprochen!

Erbsen Anbau

Unabhängig davon, welche Art (Palerbse, Markerbse oder Zuckererbse) angebaut wird, existieren beim Anbau kaum Unterschiede. Einziger Unterschied bzgl. des Erbsen pflanzen ist der, dass niedrig wachsende Sorten keine Rankhilfe benötigen.

Erbsen pflanzen: Aussaat

Sobald der Boden eine Temperatur von 8° C dauerhaft nicht mehr unterschreitet, ist der optimale Zeitpunkt zur Aussaat gekommen. Dies ist meist Mitte bis Ende April der Fall. Je nach Wetterregion kann mit der Aussaat aber auch bereits ab Ende März begonnen werden. Palerbsen können sogar noch früher gepflanzt werden, nämlich dann, wenn sich der Boden problemlos bearbeiten lässt.

Die Samen werden in Reihe, mit einem Abstand von fünf Zentimeter etwa drei bis fünf Zentimeter tief in die Erde gesteckt. Zwischen den Reihen ist ein Abstand von ca. 35 Zentimeter einzuhalten. Es bietet sich an, in Doppelreihen zwischen der Rankhilfe zu säen.

Eine zu späte Aussaat (ab Mitte Mai) erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Erbsenpflanzen von Mehltau befallen werden.

Tauben und einige wenige andere Vögel können die Saat aus der Erde picken. Wenn das bei Ihnen der Fall ist, sollten Sie das Erbseenbeet die erste Zeit lang mit einem Vogelschutznetz bedecken. Sobald die ersten Pflanzen beginnen sich darin zu verfangen, gilt es das Netz wieder zu entfernen.

Keine Panik wenn es nach der Aussaat noch kälter wird. Die Erbse verträgt problemlos leichte, kurze Fröste.

Aufgrund der kurzen Vegetationszeit ist ein Vorziehen der Pflanzen, etwa auf der Fensterbank in einem Zimmergewächshaus nicht wirklich von Nöten.

Erbsen pflanzen: Standort

Erbsen bedürfen keines besonderen Standorts. Präferiert werden jedoch sonnige Lagen mit einem lockeren Boden.

Der Wasserbedarf ist gering, sodass die Pflanzen nicht extra gegossen werden müssen. Einzig bei starker Trockenheit sind die Pflanzen nach der Blüte zu bewässern, um die Entwicklung der Hülsen zu fördern.

Lediglich zwei Dinge bezüglich des Standorts gilt es zu beachten. Einerseits sind Erbsen besonders unverträglich gegenüber sich selbst, sowie anderen Hülsenfrüchtler (Leguminosen). Das bedeutet, dass Erbsen im nächsten Jahr nicht wieder an derselben Stelle angebaut werden sollten. Andererseits vertragen sich Erbsenpflanzen auch nicht sonderlich mit Nachtschattengewächsen (Kartoffel, Tomate, Paprika) und Zwiebelgewächsen.

Pflege

Erbsen sind sehr Pflegeleicht, sodass diese ohne Zutun vom Menschen prächtig von alleine gedeihen.

Um den Ernteertrag nicht zu schmälern, benötigen mittelhohe und hohe Sorten Rankhilfen an denen die Pflanzen hochwachsen können. Als Rankhilfe für Erbsen eignen sich lange Stöcke, Bambusstäbe, Maschendraht, Netze oder eine an zwei Stöckern gespannte Schnurr.

Weiterhin kann bei Bedarf die Erde etwas angehäuft werden, sobald die Sämlinge eine Größe von 15 cm erreicht haben. Das regt die Wurzelbildung an, was sich wiederum positiv auf die Standfestigkeit und die Nährstoffzufuhr auswirkt.

Ab und an sollte das Erbsenbeet von Unkraut befreit werden. Währenddessen ist die Erde auch leicht aufzulockern.

Ernte

In Anbetracht der Wetterverhältnisse und dem Zeitpunkt der Aussaat kann mit der ersten Ernte bereits Anfang Juni gerechnet werden. Je nach Sorte ist der Erntebeginn etwas versetzt, beispielsweise benötigen Markerbsen zur Reife in etwa zwei Wochen mehr Zeit als Zuckererbsen.

Beim Pflücken ist darauf zu achten, dass beim herausziehen der Hülse nicht die ganze Pflanze bzw. ein Teil mit herausgezogen wird. Daher die Hülse am besten mit beiden Händen herausbrechen.

Solange die Hülsen der Mark- und Zuckererbsen grün sind, sollten diese geerntet werden. Außerdem sorgt häufiges Pflücken dafür, dass junge Erbsen nachwachsen. Die Samen der Palerbsen sollten so lange an der Pflanze belassen werden, bis die Hülsen vollständig trocken sind.

Je jünger und frischer die Samen sind, desto besser schmecken diese. Bereits im Moment des Pflückens verändert sich der Geschmack, indem sich der Zucker in Stärke umwandelt. Daher empfiehlt es sich, die geernteten Erbsenschoten auch sofort nach dem pflücken zu verspeisen oder spätestes nach zwei Tagen. Hierbei sind diese aber im Kühlschrank aufzubewahren.

Fällt der Ernteertrag zu hoch aus, ist die beste Methode zur Konservierung das Einfrieren. Hierzu die Samen in eine Tüte oder einen Behälter füllen und in die Gefriertruhe stecken.

Sobald sich die Kerne bei der Zuckererbse leicht abzeichnen, kann die Hülse gepflückt und als ganzes verspeist werden. Wurde dieser Zeitraum versäumt, können die Samen der Zuckererbse auch einfach roh oder gekocht verspeist werden, ganz ohne Hülse.

Im Gegensatz zur Zuckererbse wird bei der Mark- und der Palerbse die Hülse nicht mit verspeist. Bei diesen beiden Arten werden die unreifen Samen aus der Hülse entfernt.

Tipp: Die Pflanzen nach der vollständigen Ernte kurz über dem Erdreich abschneiden und nicht samt Wurzeln herausziehen. Das Wurzelwerk enthält Stickstoff und sollte deshalb im Boden verbleiben.

Samengewinnung

Die Samengewinnung ist bei Erbsen ausgesprochen einfach. Hierzu müssen die Erbsenschoten lediglich solange an der Pflanze belassen werden, bis sich die Hülse gelb-bräunlich verfärbt haben.

Ist die Hülse bräunlich-gelb, sollten die Schoten abgepflückt werden.. Anschließend die Samen aus der Hülle befreien und diese anschließend an der Luft für einige Tage vollständig trocknen.

Fertig sind auch schon die Samen. So steht in der nächsten Saison nichts mehr im Weg wieder Erbsen zu pflanzen.

Krankheiten und Schädlinge

Bei guten Wetterverhältnissen ist es sehr selten das Erbsen akut von Krankheiten und Schädlingen heimgesucht werden. Dennoch sind die Pflanzen nicht vollständig von diesen gefreit.

(Potentielle) Schädlinge

  • Erbsenkäfer
  • Erbsenwickler
  • Erbsenthripse
  • Blattläuse
  • Vögel

(Potentielle) Krankheiten

  • Echter Mehltau
  • Falscher Mehltau

Erbsen Sorten

Aktuelle Anbaugebiete finden sich heutzutage weltweit. Die in Europa bedeutendsten Sorten werden in drei Gruppen untergliedert.

Palerbse

Palerbsen (auch: Schalerbse) gehören zu den robusteren Arten, vertragen sehr niedrige Temperaturen und können bereits im März gepflanzt werden. Wegen ihres hohen Stärkeanteils schmecken Palerbsen weniger süß als andere Arten. Das ist auch der Grund, warum Palerbsen nicht frisch verzehrt, sondern getrocknet und vornehmlich in den Wintermonaten in Suppen Verwendung finden.

Die Samen sind voll, kugelig und glatt. Man unterscheidet grüne von den gelben Erbsen. Die gelben Erbsen haben einen höheren Stärkeanteil und schmecken somit weniger süß.

Palerbsen Sorten:

  • Kleine Rheinländerin – sehr frühe Sorte / erreicht eine Höhe von bis zu 40 cm, daher keine Rankhilfe erforderlich
  • Kapuzinererbse ‚Blauwschokker‘ – violette farbige Blüten mit dunkel bläulichen Hülsen / wird bis zu eineinhalb Meter groß

Markerbse

Markerbsen sind deutlich kälteempfindlicher als Palerbsen und werden daher erst ab Mitte/ Ende April gesät. Aufgrund des hohen Zuckeranteils von bis zu 9 %, schmecken die Samen leicht süßlich. Im frühen Zustand sind die Samen süß und knackig, während sie beim trocknen einschrumpfen und auch beim späten kochen und einweichen nicht mehr wieder weich werden. Daher macht es auch nicht wirklich Sinn Markerbsen zu Trockenerbsen weiterreifen zu lassen.

Verspeist werden die Samen der Markerbse entweder direkt frisch nach dem pflücken oder diese werden in Dosen konserviert oder gefrostet.

Markerbsen Sorten:

  • Alderman – reift spät / wächst bis zu einer Höhe von eineinhalb Meter heran und benötigt daher eine Rankhilfe
  • Grandera – reift mittelfrüh / benötigt keine Rankhilfe

Zuckererbse

Zuckererbsen sind den Markerbsen sehr ähnlich, nur das bei diesen zusätzlich noch die unausgereiften Hülsen mit verspeist werden können. Die Hülsen kann deshalb verspeist werden, da diese nicht über eine innere Pergamentschicht verfügen.

Die Samen der Zuckererbsen sind rund und glatt, wobei die Hülse etwas fleischig ist.

Zuckererbse Sorten:

  • Norli – keine Rankhilfe erforderlich, da Wuchshöhe nicht 50 cm übersteigt / sehr süßer Geschmack
  • Schweizer Riesen – starkwüchsig, erreicht eine Höhe von bis zu eineinhalb Meter / Erbsen pflanzen ab März / hoher Ernteertrag

Copyright (Titelbild) – © tsach / Fotolia

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