Gurken pflanzen: aber richtig!

Gurken gehören der Familie der Kürbisgewächse an und sind verwandt mit Melone, Zucchini und Kürbis. Zwar enthält das Gemüse eine Menge Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine, ist aber nichtsdestotrotz sehr Kalorienarm.

Alles was es beim Gurken pflanzen zu beachten gilt, erfahren Sie nachfolgend in diesem Artikel. Versprochen!

Gurken anbauen

Gurken sind wärmeliebende und frostempfindliche einjährige Gemüsepflanzen. Während Salatgurken eher für den Anbau im Gewächshaus vorgesehen sind, können Einlegegurken auch im Freien angebaut werden.

Gurken pflanzen: Aussaat

Dadurch, dass Gurken sehr kälte- und frostempfindlich sind, sollte mit der Aussaat zumindest bis zu den Eisheiligen, also Mitte Mai gewartet werden. In einem beheizten Gewächshaus kann die Aussaat um einen Monat vorgezogen werden und bereit Mitte April erfolgen.

Um den Gurken einen besseren Start ins Leben zu geben, empfiehlt es sich, diese auf der Fensterbank vorzuziehen. Vorgezogene Pflanzen sind weniger Anfällig gegenüber der Witterung im Frühjahr, da diese bereits gut durch gewurzelt und ausgetrieben sind. Außerdem können Schnecken und Krankheiten den Gurken weniger anhaben und der Erntebeginn wird um einige Wochen verkürzt.

Mit dem vorziehen sollte man nicht zu früh beginnen, da die Pflanzen ansonsten schon bis zum Auspflanzen ins Freie sehr groß werden. Daher erfolgt die Aussaat in Anzuchtschälchen ab Mitte/ Ende März.

Gurken pflanzen: Standort

Gurken sind ausgesprochen nährstoff-, wasser- und wärmehungrige Pflanzen. Der optimale Standort ist daher sowohl geschützt, als auch lichtdurchflutet.

Bevorzugt wird lehmiger, humoser Boden mit einem pH-Wert zwischen 6.0 bis 7.3. Keinesfalls geeignet sind nasskalte bzw. zu trockene, schwere, tonige Böden. Zwar gedeihen Gurken auch auf solchen Böden, doch ist in diesen Fällen mit Mindererträgen zu rechnen.

Da die Früchte beinahe zu 100 % aus Wasser bestehen, brauchen die Pflanzen viel Wasser. Daher ist der Boden permanent feucht zu halten und darf keinesfalls für mehrere Tage unter Trockenheit leiden, da die Früchte ansonsten bitter werden.

Zu starke Temperaturschwankungen und Kälte vertragen Gurken eher schlecht. Die Folge: Geringerer Ertrag, aufgrund des Abstoßens der jungen Früchte.

Für die Entwicklung ist ein Temperaturbereich zwischen 18 und 33° C optimal. Temperaturen kleiner 12° C führen zu Wachstumshemmungen.

Gurken pflanzen

Gurken können entweder direkt ins Freiland/ Gewächshaus gepflanzt oder erst einmal vorgezogen werden.

Zu gewöhnlich gilt:

  • Salatgurken = Gewächshaus
  • Einlegegurken = Freiland

Vorkeimen lassen

Je nachdem, wie viele Pflanzen man kultivieren möchte, sollte die dreifache Menge an Samen Mitte/ Ende April in Töpfe mit Anzuchterde gesetzt werden. Da Gurken Dunkelkeimer sind, sind die Samen etwa zwei Zentimeter tief in das Erdsubstrat zu stecken und mit Erde zu bedecken.

Die Keimdauer beträgt bei Einhaltung der optimalen Keimtemperatur von  20 bis 25° C zwischen einer und zwei Wochen. Sind die Samen zu Keimlingen angewachsen, sollten nur die kräftigsten Pflanzen stehen gelassen werden, während die schwächeren vorsichtig rauszuziehen und zu entsorgen sind. Damit es nicht zu einer Vergeilung der Sämlinge kommt, sollte der Platz ausreichend lichtdurchflutet sein.

Ins freie pflanzen

Sobald die Temperaturen tagsüber 15° C nicht unterschreiten, können die bis dahin gewachsenen Jungpflanzen ins Freiland bzw. Gewächshaus gepflanzt werden. Vor dem Auspflanzen sollte man die jungen Pflänzchen an die neuen Freilandbedingungen behutsam gewöhnen. Gut gedeihen tun Gurken auf einem Hochbeet, da hier die Bodentemperatur um einige Grad Celsius höher ist.

Gurken bedürfen nehmen viel Platz für sich in Anspruch und daher sollten die Pflanzen nicht zu eng zueinander gepflanzt werden. Daher ist ein Pflanzabstand von 60 cm einzuhalten. Da es zu gewöhnlich dauert, bis Gurken das komplette Beet eingenommen haben, kann man in Zwischenzeit an den Rändern schnellwüchsige Pflanzen wie Radieschen und verschiedene Salate kultivieren.

Direktsaat

Neben der Möglichkeit die Pflanzen an einem geschützten Ort vorzuziehen und danach auszupflanzen, hat sich auch die Direktsaat bewährt. Einfach einige Samen ab Mitte Mai ins Freiland bzw. Gewächshaus pflanzen, gut gießen und nach der Keimung nur die kräftigsten stehen lassen.

Möglichkeit Nr. 3: Jungpflanzen kaufen!

Wer keine Lust hat Gurken selbst auszusäen, für den stellt der Fachhandel eine große Auswahl an Jungpflanzen bereit.

Veredelte Pflanzen sind robuster, bringen einen größeren Ernteertrag herbei und sind weniger anfällig gegenüber Krankheiten und Schädlingen.

Pflege

Gurken sind nicht gerade die pflegeleichtesten Gemüsepflanzen und bedürfen einen gewissen Pflegeaufwand. Hierzu gehört das regelmäßige bewässern, die Bodenvorbereitung, das Spitzen der Kappen, aufstellen des Rankgerüsts und das Düngen.

Fruchtfolge & Mischkulturen

Gurken sind Starkzehrer und daher ist der Bedarf an Nährstoffen sehr hoch. Ideal ist eine Erstkultur auf frisch gedüngtem Boden (Kompost oder Stahlmist). Zur kurzfristigen Gründüngung empfehlen sich vor allem Hülsenfrüchtler wie Erbsen, Bohnen, Kichererbsen, Linsen und Sojabohnen und andere Gemüsepflanzen wie Weißkohl oder Lauch.

Am selben Standort sind Gurken nur alle drei Jahre zu pflanzen.

Bodenvorbereitung

Etwa drei bis vier Wochen vor Aussaat bzw. dem anpflanzen der Gurken sollte dem Beet Kompost/ Stahlmist untergemischt werden. Außerdem ist die oberste Schicht feinkrümelig zu hacken und aufzulockern.

Stutzen der Spitzen

Um die Bildung neuer Ranken anzuregen, sollten die jungen Gurkenpflanzen direkt über dem dritten Blatt gestutzt werden. Selbiges gilt dann, wenn die Salatgurken im Gewächshaus das Dach berühren. Auch dann sind die Spitzen zu kappen.

Bewässern

Der Wasserbedarf der Gurkengewächse ist enorm – vor allem mit Beginn und während der Fruchtbildung. Daher sollte reichlich und regelmäßig gegossen werden. An heißen Sommerwochen ist der Boden sogar täglich zu bewässern.

Nebenbei bemerkt sind Gurken Mitteltiefwurzler, wodurch die Wurzeln nur ca. 40 cm tief in die Erde wachsen und daher darauf zu achten ist, dass die Erdoberfläche nicht vollkommen austrocknet.

Wer nicht täglich gießen möchte, für den empfehlen sich sogenannte Tropfschläuche, welche unter die Erde zu verlegen sind und tropfenweise Wasser abgeben.

Rankgerüst

Während zu gewöhnlich im Freiland kultivierte Einlegegurken und Schälgurken keine Rankhilfe benötigen. Sieht es bei im Gewächshaus gezogenen Salatgurken etwas anders aus. Ein Rankgerüst, an denen die Salatgurken sich hochhangeln können ist notwendig. Als Rankhilfe kommt folgendes infrage: Spaliere, Maschendrahtzaun, zwischen zwei Pfosten befestigte Schnur oder Draht.

Für Einlegegurken und Schälgurken ist zwar kein Rankgerüst erforderlich, kann der Einsatz dieser aber helfen Platz einzusparen.

Ernte

Zwei Wochen nach der ersten Blüte sind die ersten Gurken reif und können somit geerntet werden. Je nach Aussaat, Wetterverhältnissen und Standort ist dies bereits ab Mitte Juni der Fall – bei früher Aussaat im Gewächshaus können die ersten Früchte bereits Ende Mai gepflückt werden. Der Erntezeitraum erschreckt sich über mehrere Wochen.

Salatgurken sollten dann gepflückt werden, sobald diese etwas kleiner sind als die, die im Supermarkt zu gewöhnlich angeboten werden. Den dann sind diese knackig und schmecken am besten. Einlegegurken werden dann geerntet, wenn diese in etwa acht bis zehn Zentimeter lang sind.

Die heranwachsenden Früchte sollten grundsätzlich nicht zu lang an der Pflanze heranreifen. Sobald das optimale Reifestadium überschritten wurde, beginnen die Früchte allmählich an gelb zu werden und werden vom Geschmack her bitter. Weiterhin sorgt eine Ernte sorgt für die Bildung weiterer Blüten und somit Früchte.

Lagerung

Gurken können bis zu zwei Wochen im Kühlschrank verbleiben, ohne dass sich ein Verlust an Qualität oder Aroma einstellt. Dennoch verspeist man Salatgurken am besten Frisch mit einer Prise Salz oder als frisch zubereiteten Gurkensalat. Im Gegensatz hierzu können Einlegegurken gekocht, in Essig eingelegt und in Einmachgläsern konserviert. Diese sind dann mehrere Jahre haltbar.

Samengewinnung

Gurken lassen sich leicht vermehren.

Zur Samengewinnung eine Frucht solange an der Pflanze belassen, bis diese vollständig gelb ist. Anschließend diese aufschneiden, die Samen herausnehmen und zum trocknen für einige Tage auslegen.

Die gewonnenen Samen sind dann bis zur nächsten Saison an einen kühlen, trockenen und dunklen Ort zu lagern.

Krankheiten und Schädlinge

Gurken gehören zu den anfälligeren Gemüsepflanzen. Daher ist ein Befall von unterschiedlichen Krankheiten und Schädlingen nicht ganz unwahrscheinlich.

Schädlinge

  • Schnecken (für Keimlinge)
  • Spinnmilben
  • Blattläuse
  • Wanzen
  • Thripse

Krankheiten

  • Eckige Blattfleckenkrankheit
  • Falscher Mehltau
  • Echter Mehltau
  • Alternaria alternata

Gurkensorten

Die Anzahl an unterschiedlichen Gurkensorten ist riesig. Unterschieden werden dabei drei Arten von Gurken: Salatgurke, Einlegegurke und Schälgurke.

Salatgurke (auch: Schlangengurke)

Salatgurken sind hierzulande die gebräuchlichste Art und werden überwiegend frisch oder als Bestandteil zum Salat verzehrt. Das Aussehen ist länglich, glatt, leicht gekrümmt und wird zu beiden Seiten schmaler. Angebaut werden Salatgurken überwiegend im Gewächshaus.

Sorten: La Diva, Klostergurke, Marketmore

Einlegegurke

Einlegegurken werden meist nicht roh verzehrt, sondern in Essigsud eingelegt. Von Einlegegurken gibt es sowohl glattschalige, als auch gestachelte Fruchtsorten. Überwiegend angebaut werden Einlegegurken im Freiland. Noch im unreifen Zustand, bei einer Länge von ungefähr 10 cm werden die Früchte geerntet.

Sorten: Regal F1, Vorgebirgstrauben, Stimora Mix

Schälgurke

Im Unterschied zur Einlegegurke wird die Schälgurke im reifen Zustand, bei einer Länge von 30 bis 50 cm geerntet. Angebaut wird diese Art jedoch auch im Freiland. Zu gewöhnlich werden die Schale und das Kernhaus entfernt, der Rest der Gurke in kleine Würfel geschnitten und anschließend zu Senfgurken sauer eingelegt.

Sorten: Fatum, Delikateß, Kampino

Copyright (Titelbild) – © Vladyslav Siaber / Fotolia

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