Knoblauch pflanzen: aber richtig!

Knoblauch entzweit die Gemüter, manche lieben die Knolle und möchten diese nicht mehr aus der Küche missen, während wiederum andere den Geschmack und Geruch nicht ausstehen können.

Zumindest die Liebhaber können Knoblauch leicht im Garten, aber auch auf dem Balkon oder der Terrasse anpflanzen.

Alles was es beim Knoblauch pflanzen zu beachten gilt, erfahren Sie nachfolgend in diesem Artikel. Versprochen!

Knoblauch anbauen

Knoblauch ist sehr pflegeleicht, hält zahlreiche Schädlinge und Krankheiten fern und lässt sich leicht kultivieren. Im Grunde genommen kann jeder Hobby-Gärtner bei ausreichend Sonne Knoblauch anbauen.

Knoblauch pflanzen: Aussaat

An zwei möglichen Zeitpunkten kann man Knoblauch pflanzen. Der erste Pflanzzeitpunkt ist der Herbst, genauer gesagt von September bis Mitte Oktober (sog. Winterknoblauch). Wer diesen Termin versäumt hat, kann Knoblauch aber auch noch im Frühjahr von Februar bis März (sog. Sommerknoblauch) anpflanzen.

Der Ernteertrag von im Frühjahr gestecktem Knoblauch fällt geringer aus, als beim Knoblauch, welcher bereits im Herbst gepflanzt wurden ist. Der geringere Ernteertrag ergibt sich aufgrund der geringeren Größe der Knoblauchzehen. Aus diesem Grund ist die Aussaat im Herbst, den der im Frühjahr zu bevorzugen.

Tipp: Der zu überwinternde Knoblauch ist bei zu starken Minustemperaturen vor Frost zu schützen. Am besten geschieht dies mit einer mehreren Zentimeter hohen Schicht aus Mulch.

Knoblauch pflanzen: Standort

Knoblauch bevorzugt einen sonnigen, warmen und geschützten Standort. Das Erdreich sollte nährstoffreich, humos und locker sein. Ein sandig-lehmiger Boden geht zum Anbau aber auch vollkommen in Ordnung, soweit keine Staunässe entsteht.

Brutzwiebeln vs. Zehen

Knoblauch kann auf zweierlei Arten gepflanzt werden: Entweder durch setzen der Brutzwiebeln (Bulbillen) oder Zehen in die Erde.

Möglichkeit Nr. 1: Aussaat von Zehen

Die Knoblauchzehen sind mit einem Abstand von 10 cm und einer Tiefe von etwa 3 cm in die Erde zu stecken, wobei der Zwiebelboden natürlich nach unten zu schauen hat. Sollen mehrere Reihen Knoblauch gepflanzt werden, ist ein Reihenabstand von 20 cm einzuhalten.

Bei Bedarf können die Zehen auf feuchtem Küchenpapier, bei heller Umgebung und Zimmertemperatur „vorgekeimt“ werden lassen.

Möglichkeit Nr. 2: Aussaat von Brutzwiebeln

Bei den sogenannten Brutzwiebeln handelt es sich um die kleinen Kügelchen, die der Knoblauch an der Spitze ausbildet. Die Brutzwiebeln müssen in einigen Abstand zueinander in die Erde eingeharkt werden. Gepflanzt werden die Brutzwiebeln entweder im Frühjahr oder Herbst.

Im ersten Jahr entwickeln sich aus den Brutzwiebeln einfache, runde Zwiebeln, die sogenannten Rundlinge. Ende Juli/ Anfang August sollten die Rundlinge aus der Erde geholt und bis zum erneuten pflanzen trocken und schattig aufzubewahren. Diese müssen dann anschließend entweder im Herbst oder im Frühjahr in einem geeigneten Abstand zueinander umgepflanzt werden, wo diese dann bis zur Ernte verbleiben.

Erst im zweiten Jahr werden aus den Brutzwiebeln ganze Knoblauchzwiebeln, mit mehreren zusammengesetzten Zehen. Nach dem Stecken muss man also zwei Jahre warten, bis man die Knollen ernten kann.

Aus Brutzwiebeln gewachsener Knoblauch bildet größere Zehen und ist generell gegenüber Krankheiten und Schädlingen robuster. Außerdem müssen keine Knoblauchzehen aus dem Vorjahr als Pflanzgut verbraucht werden.

Pflege

Auch sonst braucht Knoblauch wenig Pflege. Dieser muss lediglich bei sehr starker Trockenheit gegossen werden.  Gedüngt werden muss i.d.R. ebenso nicht. Dennoch ist Knoblauch dankbar für einen fruchtbaren und nicht zu trockenen Boden.

Mischkulturen: Die richtigen Nachbarn

Mit einigen wenigen Pflanzen verträgt sich der Knoblauch nicht so gut. Hierzu gehören die verschiedenen Lauch-Arte wie etwa Schnittlauch, Porree und Zwiebeln. Selbiges gilt auch für diverse Leguminosae (Hülsenfrüchtler) wie Bohnen, Erbsen, sowie Kichererbsen und jegliche Kohlarten.

Gute Nachbarn sind hingegen Erdbeeren, Tomaten, Gurken, Karotten, Rüben und Kartoffeln.

Vor allem für Erdbeeren und Rosen ist Knoblauch ein hervorragender Mischkulturnachbar. Erdbeeren werden gesund gehalten, indem Knoblauch vorbeugend gegen Grauschimmel wirkt. Außerdem wird gemunkelt, dass die Erdbeeren größer und schmackhafter werden. Doch auch andere Gemüsepflanzen sollen vor Schädlingen und Krankheiten geschützt werden, wie zum Beispiel Möhren vor der Möhrenfliege. Bei Rosen tritt zusätzlich noch der Effekt ein, dass der Duft der Blüte gefördert wird.

Ernte

Sobald die Stängel sich zu einem braun-gelben Ton verfärben und langsam abtrocknen, kann mit der Ernte begonnen werden. Dies ist bei Winterknoblauch (im Herbst des Vorjahres gepflanzt) meist ab Anfang Juli der Fall. Bei Sommerknoblauch (im Frühjahr desselben Jahres gepflanzt) fällt der Erntezeitpunkt etwas später aus.

Zu lange sollte mit der Ernte aber nicht gewartet werden, da sich die Knollen öffnen und auseinanderfallen. Diese sind zwar dann immer noch genießbar, lassen sich aber schwerer ernten und auch nicht mehr so lange lagern.

Zur Ernte zieht man am besten eine Grabgabel heran. Mit dieser lockert man die Erde, sodass sich der Knoblauch anschließend leicht durchs ziehen am Stiehl aus der Erde heraufbefördern lässt. Überschüssige Erde sollte entfernt werden.

Lagerung

Nach der Ernte kann der Knoblauch bei trockenem Wetter, noch für etwa zwei Tage an einer überdachten Stelle oder sogar im Beet zum nachreifen belassen werden. Danach ist der Stiel, samt Blattwerk auf eine Länge von 5 bis 10 cm zu kürzen und zum Trocknen auszulegen oder aufzuhängen. Ist der Knoblauch von außen trocken, kann dieser nun an einen dunklen, kühlen und trocknen Ort eingelagert werden. Eine Temperatur von 0° C ist zur Lagerung am besten geeignet.

Krankheiten und Schädlinge

Knoblauch leidet nur selten unter Krankheiten oder wird von Schädlingen befallen. Gefreit von diesen ist der Knoblauch aber auch nicht. Vor allem bei Staunässe oder in nassen Jahren können Pilz- und Fäulniserkrankungen in Erscheinung treten.

Schädlinge

  • Knoblauchfliege
  • Lauchminierfliege

Krankheiten

  • Knoblauchrost

Knoblauchanbau: Terrasse & Balkon

Für den Anbau von Knoblauch wird nicht unbedingt ein Garten benötigt. Ebenso lässt sich Knoblauch problemlos im Topf, Kübel oder den Balkonkasten anbauen. Besondere Ansprüche an das Erdsubstrat werden dabei nicht gestellt. Einzig Staunässe und ein zu nasser Boden sind zu vermeiden, daher sollte das Pflanzgefäß über Abflusslöcher auf der Unterseite verfügen. Zudem ist drauf zu achten, dass die Erde nicht vollständig austrocknet.

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