Lavendel pflanzen: aber richtig!

Ursprünglich kommend aus mediterranen Gefilden, hält der Lavendel mehr und mehr Einzug in deutsche Gärten. Soll der Lavendel auch noch nach Jahren in voller Pracht blühen und kompakt wachsen, muss man diesen regelmäßig pflegen und schneiden.

Lavendel stellt kaum Ansprüche an den Boden, ist sehr pflegeleicht, Winterhart und kann bei guter Pflege bis zu 30 Jahre alt werden.

Zwar häufig als Staude gehalten, ist Lavendel botanisch gesehen ein Halbstrauch.

Lavendel pflanzen

Wer noch keine Pflanzen sein eigen nennen kann, für den heißt es zunächst Lavendel pflanzen.

Gedanken gemacht werden muss sich über den perfekten Standort, den geeigneten Boden und die richtige Pflanzzeit.

Da Lavendel ursprünglich aus höheren Lagen der Mittelmeerregion kommt, ist die Pflanze an nährstoffarme und trockene Böden gewöhnt.

Der richtige Standort

Bevorzugt wird ein windgeschützter und sonniger Standort. Daher ist eine südliche Lage, am besten entlang einer Mauer oder Hauswand ideal geeignet. Die Hauswand/ Mauer speichert die Wärme der Sonnenstrahlen und gibt diese wieder allmählich an die Umgebung ab.

Außerdem ist der perfekte Standort windgeschützt und die Luftfeuchtigkeit nicht allzu hoch, da die Blätter ansonsten Gefahr laufen von Pilzerkrankungen befallen zu werden.

Praktisch ist ein Hochbeet oder eine Hangneigung, da hierbei das Wasser gut ablaufen kann.

Der richtige Boden

Zwar gedeiht Lavendel auf den meisten Böden, präferieren tut die Pflanze aber einen sandigen, kalkhaltigen und steinigen Boden. Obendrauf sollte dieser nährstoffarm sein. Dies entspricht in etwa der ursprünglichen, heimischen Bodenstruktur.

Eine der größten Gefahren für Lavendel bildet Staunässe. Daher gilt es diese unbedingt zu vermeiden. Sonst besteht die Gefahr einer Wurzelfäulnis, bis hin zum erfrieren der Wurzeln in den Wintermonaten.

Damit Regenwasser absickern kann, sollte der Boden durchlässig sein. Erreicht werden kann dies, indem dem Boden Sand oder Kieselsteine untergemischt wird. Lehmiger Boden ist unbedingt aufzulockern.

Außerdem kann Lavendel sauren Boden nicht ab. Ideal sind alkalische Böden mit einem pH-Wert zwischen 6,5 bis 8,3. Gartenkalk sorgt bei einem zu sauren Boden für gesunde Wachstumsbedingungen.

Aufgrund der Tatsache das Lavendel nährstoffarme Böden bevorzugt, muss nicht gedüngt werde. Gelegentliches düngen ist nur dann erforderlich, wenn die Pflanze im Kübel oder einem Topf gehalte wird.

Mulchen sollte man den Boden außerdem auch nicht. Mulch speichert nicht nur zu viel Feuchtigkeit, sondern säuert den Boden auch noch aus.

Obwohl oft zusammengepflanzt passen Rosen und Lavendel von den Ansprüchen her eigentlich nicht zusammen. Zwar bevorzugen beide Pflanzenarten einen vollsonnigen Standort, aber das war es dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten.

Rosen bevorzugen einen nährstoffreichen, feuchten Boden. Im Gegensatz zu Lavendel.

Die richtige Pflanzzeit

Im Grunde kann Lavendel über das ganze Jahr hindurch gepflanzt werden, so lange eine Temperatur von 10° C nicht unterschritten wird. Soll der Lavendel noch im gleichen Sommer blühen indem dieser gepflanzt wurde, ist der Monat März als Pflanzzeit zu bevorzugen.

Doch auch aus einem anderen Grund sollte die Pflanze bereits im Frühjahr gepflanzt werden. So haben die Lavendel den ganzen Sommer über lang zeit sich ausreichend zu durchwurzeln.

Sind mehrere Lavendel zu pflanzen, ist auf einen Mindestabstand von ungefähr 50 cm zu achten. Doch auch ein kleinerer Pflanzabstand ist grundsätzlich unproblematisch, solange die einzelnen Pflanzen einen regelmäßigen Schnitt erfahren.

Zwar greifen die meisten Kleingärtner auf vorgezogene Pflänzchen zurück. Dennoch kann Lavendel auch aus Samen gezogen werden. Bereits ab Ende Februar ist mit dem Vorziehen in sog. Mini Gewächshäusern zu beginnen. Bei optimalen Bedingungen keimt der Lavendel nach ein bis zwei Wochen auf. Ende März können die Jungpflanzen dann ins Freie gepflanzt werden.

Lavendel schneiden

Damit der Halbstrauch von unten nicht verkahlt, seine schöne Form behält und noch nach Jahren üppig blüht, heißt es: Lavendel schneiden.

Warum überhaupt Lavendel schneiden?

Wenn Sie sich fragen warum sie Lavendel zurückschneiden sollten, dann sollten Sie sich mal über Jahre hinweg nicht zurückgeschnittenen Lavendel einmal genauer anschauen. Diese verholzen von unten her und bilden an diesen Stellen keine neuen Triebe mehr. Schön ist etwas anderes.

Um die Pflanzen vor dem verholzen zu bewahren und diese zu verjüngen, ist ein jährlich stattfindender Schnitt unabdingbar. Hierdurch bleibt auch der kompakte Wuchs erhalten und wenn man es richtig anstellt, auch der schöne Formschnitt.

Lavendelschnitt: perfekter Zeitpunkt

Der Lavendel ist zweimal im Jahr zu schneiden. Der erste Schnitt erfolgt nach dem letzten Dauerfrost, meist ist das um Mitte/ Ende März herum. Wichtig ist, dass der erste Schnitt noch vor dem Austreiben erledigt ist. Der zweite Schnitt sollte vor dem verblühen der ersten Blüte geschehen. Dies ist im Sommer, so um Mitte Juli der Fall.

Der erste Schnitt ist dazu da, um den Lavendel in einer schönen Form beizubehalten. Während der zweite Schnitt dazu gedacht ist, eine zweite Blüte im selben  Jahr anzuregen.

Der optimale Lavendelschnitt

Beim Schneiden von Lavendel behilft man sich der Zwei-Drittel-Ein-Drittel-Regel. Im Frühjahr kann der Lavendel um bis zu zweidrittel gekürzt werden. Dadurch bleibt dieser kompakt und verzweigt sich gut. Beim zweiten Schnitt sollte der Lavendel nicht mehr als um ein Drittel gekürzt werden.

Es gilt zu beachten:

  • Junger Lavendel wird stärker zurückgeschnitten als älterer Lavendel.
  • Den Lavendel nicht vollständig bis zum alten Holz zurückschneiden. Denn aus dem alten Holz treiben keine jungen Triebe aus.
  • Beim ersten Schnitt darauf achten, dass ein paar Blätter von den letztjährigen Trieben erhalten bleiben.
  • Unterlassen Sie es den Lavendel im Herbst zu schneiden, da dieser sonst nicht ausreichend aushärtet und im Winter Frostschäden drohen.

Die geeignetsten Gartengeräte

Je nach Größe des Lavendels empfiehlt sich zum Schneiden entweder eine gewöhnliche Gartenschere oder eine nicht elektrisch betriebene Heckenschere. Gerade dann wenn der Garten nur so überseht mit Lavendel ist, kann das schneiden eine undankbare Arbeit sein.

Lavendel Pflege

Lavendel gehört zu den pflegeleichtesten Pflanzen überhaupt. Aufgrund seiner ätherischen Öle wird Lavendel von Schädlingen gemieden. Krankheiten können ab und an auftreten, sind aber äußerst selten. Daher ist sowas wie eine „Lavendel Pflege“ auch nicht wirklich notwendig.

Durch falsche Kulturbedingungen, d.h. bei zu viel Nässe kann es zur Schimmelbildung und/ oder Fäulnis der Wurzeln kommen.

Lavendel Pflege: Pilzbefall

Braun-schwarze Flecken deuten auf einen Pilzbefall (Phorma Lavandula) hin. In so einem Fall gilt es die befallenen Zweige unverzüglich zu entfernen. Hilft das auch nichts mehr, sollte der Lavendel entsorgt werden. Sonst breitet sich die Pilzerkrankung womöglich auf andere Pflanzen aus.

Gießen & Düngen

In der Regel muss man Lavendel nicht gießen. Doch Ausnahmen bestätigen bekanntlich ja die Regeln. Gegossen werden braucht Lavendel daher nur; wenn die Pflanzen sich in Töpfen befinden und/ oder bei einer langanhalten, mehrwöchigen Trockenheit.

Wichtig bei der Aufzucht in Töpfen ist, dass diese am Boden über (Abfluss-) Löcher verfügen, damit das überschüssige Wasser abfließen kann und sich keine Staunässe bildet.

Wächst der Lavendel im Freiland braucht bzw. sollte dieser nicht gedüngt werden. Etwas anders sieht es bei der Kultivierung im Topf/ Kübel aus. Hier kann es nicht schaden einmal im Jahr stickstoffhaltigen Dünger zur Erde zu geben.

Lavendel vermehren

Lavendel lässt sich auf vielfältigem Wege vermehren. Egal ob über Samen, Stecklinge, dem Teilen oder dem Absenken, Lavendel zu vermehren ist wirklich einfach.

Lavendel Samen

Samen von Lavendel können entweder im Fachhandel erworben oder aus einer bestehenden Pflanze gewonnen werden. Ausgesät werden sollten die Samen kontrolliert in einem Gewächshaus im Februar.

Lavendelsamen sind Lichtkeimer und benötigen daher – neben Wärme, Wasser und Sauerstoff – Licht zum aufkeimen. Daher sollten die Samen nicht mit Erde bedeckt werden. Bei optimalen Bedingungen keimen die Samen innerhalb von zwei Wochen auf.

Wichtig ist, dass die Samen voll ausgereift sind, nur so kann eine hohe Keimquote garantiert werden. Nicht ausgereifte Samen werden aller Wahrscheinlichkeit nicht aufkeimen.

Lavendel Stecklinge

Die einfachste und bequemste Art Lavendel zu vermehren geht über Stecklinge. Genutzt werden kann hierzu der Verschnitt, der im Frühjahr und im Sommer beim Lavendel schneiden anfällt.

  1. Mittels einer Gartenschere sollten Sie einige Zweige von der Mutterpflanze abknipsen. Ein Zweig steht für eine potentielle neue Pflanze. Die Triebe sollten in etwa acht bis zehn Zentimeter lang sein. Am besten eignen sich zweiglose Triebe.
  2. Die untere Hälfte ist von allen Blättern zu befreien.
  3. Die entlang der unteren Hälfte blattlosen Stecklinge werden bis zum Blattansatz senkrecht in das Erdsubstrat gesteckt. Das Erdsubstrat sollte aus einem Teil Anzuchterde und einem Teil Sand bestehen. Gerade zu Beginn, aber ach während der Phase sollte das Substrat gut befeuchtet sein. Anschließend sollten Sie die Anzuchtschale mit einer lichtdurchlässigen Folie oder Haube abdecken, damit das Erdsubstrat nicht austrocknet. Die Anzuchtschale sollte an einen sonnigen, aber nicht zu heißen Patz gestellt werden. Regelmäßig gießen und lüften nicht vergessen.
  4. Nach etwa drei Monaten sollten die Stecklinge die ersten Wurzeln gebildet haben, sodass diese in einzelne Töpfe umgesetzt werden können. Wartet man zu lange damit, kann es passieren, dass sich die einzelnen Stecklinge verwurzeln.
  5. Je nachdem, wann mit der Stecklingsvermehrung begonnen wurde, müssen die Jungpflanzen entweder über die Wintermonate an einem hellen und frostfreien Ort über aufzubewahren oder können bereits im Sommer ins Freie gepflanzt werden.

Lavendel teilen

Aus einer Lavendelpflanze werden zwei, so könnte man die Vermehrung mittels des Teilens am besten beschreiben.

Hierzu wird der Wurzelballen der Pflanze mittig in zwei Teile getrennt. Die beiden Teile können anschließend wieder, getrennt voneinander in die Erde gesteckt werden.

Damit beschädigte Wurzeln nicht austrocknen, ist der Lavendel nach dem einpflanzen unverzüglich zu bewässern.

Lavendel absenken

Eine weitere gute Möglichkeit Lavendel zu vermehren stellt das sogenannte Absenken dar.

Hierbei wird ein möglichst langer Zweit mittig auf dem Boden gedrückt und mittels eines Drahtes am Boden fest fixiert. Die Stelle rundherum vom Draht gilt es von Blättern und ggf. Zweigen zu befreien. Anschließend sollte auf diese Stelle ein Erdhügel gebildet werden. Hat der Absenker wurzeln gebildet, kann dieser von der Mutterpflanze getrennt und an anderer Stelle wieder eingepflanzt werden.

Lavendel überwintern

Die einzige wirklich winterharte Lavendelart ist die Lavandula angustifolia (Echter Lavendel). Diese Lavendelart kann den Winter in nördlicheren Breitengraden auch ungeschützt problemlos überstehen.

Andere Arten wie etwa der Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas) sind sehr kälteempfindlich und müssen daher in den Wintermonaten vor Frost geschützt werden. Am besten pflanzt man frostempfindliche Arten in den Garten.

Beliebte Sorten der Echten Lavendel (allesamt winterhart):

  • Dwarf blue
  • Hidcote Blue
  • Munstead

Frostempfindliche Arten:

  • Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas)
  • Breitblättriger Lavendel (Lavandula latifolia)

Lavendel kaufen

Es empfiehlt sich bereits vorgezogenen Lavendel zu kaufen.

Empfehlung: Gartenshops






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