Trauermücken bekämpfen

Die Weibchen der Trauermücken (auch: Trauerfliegen) legen ihre Eier in feuchten Erdböden ab.  Doch auch so bevorzugen die Zweiflügler einen feuchten Lebensraum.

Voll ausgewachsene Trauermücken sind ca. 3 mm groß, schwarz und verfügen über lange Fühler. Die kleinen umherschwirrenden Fliegen sind nicht das eigentliche Problem, sondern die Larven.

Die Larven, die aus den nach der Paarung gelegten Eiern der Trauermücke schlüpfen, ernähren sich zwar hauptsächlich von den im Böden enthaltenen abgestorbenen Organismen, doch auch vor feinen Wurzeln machen sie nicht halt. Gerade Keimlinge und Stecklinge sind besonders gefährdet, da diese noch über kein voll entwickeltes Wurzelsystem verfügen und bei Beschädigung dessens eingehen können.

Außerdem wir durch die Schädigung das Eindringen von Bakterien in die Pflanze begünstigt, was bei dauerhaft feuchtem Substrat auch für ausgewachsene Pflanzen tödlich sein kann.

Ursache

In den meisten Fällen werden Trauermücken mit neu erworbener (Anzucht-) Erde eingeschleppt. Doch auch in der Erde von gekauften Topfpflanzen können sich bereits Eier oder Larven der Trauermücke befinden.

Bei offenem Fenster können sich die Trauermücken auch mal in die Wohnung verirren – das lässt sich nicht wirklich verhindern.

Beinahe immer schleppt man sich Trauerfliegen ein, wenn nicht winterharte (Kübel-) Pflanzen zum Überwintern in die Wohnung reingeholt werden.

Vorbeugung

Vorbeugung ist der beste Schutz gegen Trauermücken. Am besten werden Sie bereits vor einem möglichen Trauermückenbefall tätig und lassen es erst nicht zu einem solchen kommen. Dann müssen Sie auch keine Trauermücken bekämpfen.

Blumenerde entkeimen

Um neu gekaufte Erde von einem möglichen Trauermückenbefall frei zu bekommen, kann diese entweder für mehrere Monate stehen gelassen oder im Backofen bei einer Temperatur von 150 °C für ungefähr zwanzig Minuten stark erhitzt werden. Anstatt des Backofens kann auch die Mikrowelle zum Zug kommen.

Beide Maßnahmen haben zur Folge, dass die Eier/ Larven verenden.

Gießverhalten ändern

Gießen Sie mit bedacht. Die Erde sollte nicht dauerfeucht sein. Am besten sollte diese vor dem erneuten gießen erst einmal gut durchtrocknen – aber nicht vollständig austrocknen lassen!

Weiterhin lässt sich die Fortpflanzung der Trauermücke über die Wasserzugabe durch einen Untersetzter erschweren.

Anorganisches Substrat verwenden

In Tongranulat, Kies, Sand oder reiner Hydrokultur können sich die Trauermücken nicht vermehren. Viele Zimmerpflanzen, aber nicht alle, kommen auch beispielsweise einzig und allein mit Ton Granulat (Seramis) gut zurecht.

Erde mit Sandschicht bedecken

Die Oberfläche der Erde kann mit feinkörnigem Quarzsand bedeckt werden, sodass von der Erde nichts mehr zu sehen ist. Dadurch wird verhindert, dass die Trauermücke Eier in die Erde ablegen kann. Die Sandschicht sollte schon mindestens 1 cm hoch sein und ist nach dem gießen wieder herzustellen.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die auf dem Boden befindlichen Abzugslöcher mit einer Schicht kleiner Kiessteinchen, Seramis, Blähton, Perlite oder Tonscherben zu befüllen. Da die Trauermücken die Eier sonst von dieser Stelle aus in die Erde ablegen.

Mittel gegen Trauermücken

Mittel gegen Trauermücken gibt es viele. Nun liegt die Entscheidung bei Ihnen, mit welchen Mitteln Sie Trauermücken bekämpfen möchten.

Gelbsticker / -tafeln

Gelbsticker und -Tafel sind die beste Lösung, um bereits ausgewachsene Trauermücken einzufangen. Diese Stecker sind in der Farbe Gelb gehalten -Trauermücken, wie auch andere Insekten werden von der Farbe Gelb magisch angezogen – und sind beidseitig stark klebend.

Trauermücken fliegen auf die Stecker zu und bleiben aufgrund des sich auf der Oberfläche befindlichen, haltbaren, nicht trocknenden Leims kleben und verenden.

Angebracht werden sollten die Tafeln vorsorglich im Gewächshaus, wie auch in der Nähe von Keimlingen.

Vorteile

  • Günstige und bequeme Art um Trauerfliegen einzufangen
  • Tafeln selbst sind sehr lange haltbar

Nachteile

  • Die Tafeln, samt dem toten Ungeziefer sehen nicht gerade ästhetisch aus
  • Nicht alle Trauermücken lassen sich einfangen und so kann es passieren, dass einzelne Weibchen neue Eier legen

Streichhölzer

Ein sehr gutes Hausmittel gegen Trauermücken sind Streichhölzer. Einfach ein paar Streichhölzer kopfüber in die Erde stecken. Die Schwefel Bestandteile im Zündkopf töten die Larven ab und hindern Trauermücken am weiteren Einnisten.

Die Streichhölzer sind regelmäßig, d.h. alle paar Tage auszutauschen.

Vorteile

  • Kostengünstige und bequeme Möglichkeit um Larven zu beseitigen

Nachteile

  • Nicht großflächig anwendbar
  • Zündhölzer sind alle paar Tage auszuwechseln

Mosquito-Lampe

Eine Mosquito-Lampe, die UV-Licht ausstrahlt zieht nicht nur Stechmücken, sondern auch Trauermücken an. Die Insekten werden vom Licht angezogen und verbrennen an den unter Spannung stehenden Drähten.

Vorteile

  • Auch gegen Moskitos sehr praktisch

Nachteile

  • Ähnlich wie bei Gelbsticker und -Tafel lassen sich nicht alle Trauermücken beseitigen
  • Unangenehmer Geruch, der von den verbrannten Insekten ausgeht

Nylonstrümpfe

Um zu verhindern, dass die weibliche Trauermücke Eier in die Erde ablegt, können die Blumentöpfe mit feinmaschigen Nylonstrümpfe überzogen und mit einem Band fest befestigt werden.

Vorteile

  • Praktisch umsonst, bei Gebrauch von alten Strümpfen

Nachteile

  • Optisch nicht schön anzusehen
  • Gießen wird etwas umständlich

Chemisch Bekämpfen

Spezielle Insektizide und andere chemischen Pflanzenschutzmittel vernichten effektiv Trauermückenlarven. Diese Insektizide enthalten meist Imidacloprid oder Thiacloprid. Doch leider wirken die Insektizide nicht nur gegen Schädlinge, sondern auch gegen Nützlinge.

Die Anwendung ist kinderleicht. Das dosierte Insektizid einfach im Wasser auflösen und über die betroffene Stelle gießen.

Vorteile

  • Insektizide helfen auch gegen andere Schädlinge

Nachteile

  • Verhältnismäßig teuer
  • Ökologisch bedenklich

Biologische Methoden

Auch Trauermücken haben natürliche Feinde. Vor allem die Trauermückenlarven sind für viele andere Organismen ein gefundenes fressen und hier setzten die biologischen Maßnahmen an.

Weiterhin bekämpfen alle biologischen Maßnahmen die Tierchen bereits im Larvenstadium.

Nematoden (Steinernema feltiae)

Nematoden sind parasitäre Fadenwürmer, die die Trauermückenlarven befallen und töten. Das im Handel erworbene Substrat mit den Parasiten muss im Wasser aufgelöst und anschließend auf die befallene Erde gegossen werden. Nach zwei bis drei Wochen ist der Trauermückenbefall ausgestanden und die Fadenwürmer sterben nach kurzer Zeit ab.

Die Nematoden benötigen einen feuchten Lebensraum zum überleben, daher sollte die Erde in der Zeit der Behandlung auf keinen Fall austrocknen.

Vorteile

  • Die effektivste Behandlung gegen Trauermücken

Nachteile

  • Erworbene Nematoden sind nur kurz haltbar
  • Das Erdreich darf während der Behandlung nicht austrocknen

Bakterium (Bacillus thuringiensis)

Die Larven der Trauermücken verspeisen die Bakterien. Die Bakterien produzieren kristalline Proteine, die toxisch auf die Trauermücken, aber auch andere Insektenarten wirken. Für Menschen, Wirbeltiere und Pflanzen geht keine Gefahr von den Bakterien aus.

Die Flüssigkeit in der das Bakterium enthalten ist mit Wasser vermischen und auf die betroffene Stelle gießen.

Auch leistet das Bakterium im Wasser seinen Dienst, zum Beispiel in einer Regentonne oder einem Teich.

Vorteile

  • Wirken auch gegen Stechmückenlarven
  • Können im Gegensatz zu den Nematoden auch gelagert werden

Nachteile

  • Es sind mehrere Anwendungen von Nöten

Raubmilben (Hypoaspsis spp.)

Die im Torfsubstrat erworbenen Milben sind auf die befallenen Stellen zu verteilen. Ernähren tun sich die Milden von den Stechmückenlarven. Doch auch ohne Nahrung können die Raubmilben noch mehrere Wochen überleben und sind daher der ideale Schutz gegen Trauermücken.

Vorteile

  • Wirken auch gegen andere Schädlinge

Nachteile

  • Langsame Bekämpfung

Copyright (Titelbild) – © LianeM / Fotolia

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